Das Großstadttrubel-Blog

How to move on?

Januar 23, 2010 · Hinterlasse einen Kommentar

Ich bin immer noch unentschlossen, ob ich mich über den heutigen Tag freuen oder ärgern sollte. Den ganzen Januar über lagen die Temperaturen konstant um -2 bis -8 Grad in Berlin, seit Wochen türmen sich die Schneeberge und ausgerechnet heute setzt das Quecksilber mit -12 Grad noch eins drauf. Andererseits ist heute das erste Mal seit fast vier Wochen ein sonniger Tag. Letzte Woche ließ sich die Sonne für eine Viertelstunde über der Hauptstadt blicken, nach fast drei Wochen trüb-grauer Tristesse. Heute aber ein wolkenloser Himmel par excellence.

Ich sehe das mal positiv und freue mich über ein relaxtes Wochenende. Viel Zeit dafür bleibt mir ohnehin nicht mehr, denn die finale, wirklich letzte, Prüfungsphase beginnt Ende Februar. Dann hagelt es zuerst die üblichen Semesterklausuren und nur kurz danach folgen die Abiturprüfungen. So richtig hat mich die Panik ja noch nicht gepackt, zwar habe ich in meinen Leistungskursen schon grob ein bisschen in den Notizen der vergangenen Semester geschnüffelt, aber meine Lernphase werde ich definitiv in den Winterferien ansetzen und mich von dort an über alle möglichen Leistungs- bis hin zu den Grundkursen durcharbeiten. Schließlich haben das Abitur schon mehr Leute als meine Wenigkeit geschafft, sowieso ist das Berliner Abitur eine lasche Nummer. Damit trotzdem keine bösen Überraschungen auftreten, habe ich mein Abi schon einmal vorsorglich durchkalkuliert und werde mich bequem bei 1,8 wiederfinden. Mit ein wenig Anstrengung möglicherweise auch bei 1,7. Das ist bei weitem nicht die Spitzenklasse, keine E-Klasse, aber oberer Durchschnitt. Und, so wurde mir letztens weise mitgeteilt: “Average is a good thing!”.

Mit so viel Motivation schiebe ich dann schnellstmöglich mein soziales Jahr im Ausland hinterher. Trotz vielfältigster Gebrechen wurde ich immer noch als T2 eingestuft und selbst mein Heuschnupfen, meine Rückenschmerzen und meine Maulwurfs-Augen konnten den Musterungsarzt nicht überzeugen. Dennoch begreife ich den Zivildienst am besten als Chance und absolviere ihn voraussichtlich im Ausland. Schließlich habe ich noch keine längerfristige Auslandserfahrung und somit kann ich 11 Monate wenigstens sinnvoll nutzen.

Dennoch müssen die Bewerbungen an die Universitäten noch diesen Sommer raus und wirklich schlüssig, d. h. einen abschließenden Konsens, habe ich noch immer nicht gefunden. Wirtschaftsgeographie als Hauptfach wäre nett, wird so aber nicht möglich sein. Außerdem will ich mich auch nicht aus dem Mainstream schießen, also wird es wohl die gute alte Volkswirtschaftslehre in Kombination mit der Wirtschaftsgeografie werden. Das klingt zwar alles ganz nett und wird mir zweifelsohne eine aufregende Zukunft bescheren, aber so eine Wahl muss eben nicht nur gut geplant sein, sondern auch wirklich ehrlich sein.

In dem Punkt liegt mein Problem. Eine Karriere bei einer großen Unternehmens- bzw. Wirtschaftsprüfung verspricht einen aufregenden Job mit vielen unterschiedlichen Einsatzgebieten, 12-Stunden-Tagen und vergleichsweise wenig Freizeit, dafür aber ein dickes Gehalt und schicke Eigentumswohnungen in den hippen Stadtvierteln dieser Welt. Beim Job handelt es sich aber überwiegend um mathematische Berechnungen, trockene Stochastik und Statistik sowie abstrakten Begriffen wie Advisory und Assurance. Also Steuern, Gesetz und der dazugehörige Kram. Das klingt für mich nicht schlecht, ich bin ein großer Fan von Stochastik und noch mehr von Statistiken und Beratung – aber wenn ich diese Laufbahn wähle, muss ich mich voller Leidenschaft und Motivation dahinter stehen – ansonsten kann ich meine Karriere wieder an den Nagel hängen, bevor sie überhaupt begonnen hat. Leider wird sich das erst konkret nach dem Studium zeigen – und da ich die fünf bis sieben Jahre gut investieren möchte, bin ich jetzt natürlich umso mehr verunsichert.

In der Tat arbeite ich nämlich durchaus gerne “praktisch”, d. h. eher auf logisch-verbaler Ebene anstatt mit abstrakter Mathematik. Ich bin ein Fan der alten Wirtschaftsgeographie, die noch verbal nach Kausalitäten und Dependenzen gesucht hat, die noch anschauliche Modelle und Theorien aufgestellt hat. In der Mathematik mit Geografie verbunden war. Natürlich existiert diese Teamarbeit heute immer noch in der Branche, doch wurde sie abgelöst von der Mathematik. Das Arbeitsfeld besteht zum Großteil aus Formeln, die von einigen schlauen Köpfen vorgerechnet werden und dann vom Personal durchexerziert werden. Gerade vor dieser Abstraktheit habe ich Angst – Mathe war einfach nie mein Lieblingsfach.

Dennoch halte ich zumindest das Studium von VWL und Wirtschaftsgeografie für eine gute Wahl. Inklusive Master und meiner jetzt bereits bestehenden guten Fremdsprachenkenntnisse in Englisch und Französisch sieht das nach einer sicheren, fundierten Grundlage aus. Gerade das ist mir unerklärlich wichtig. Ich kann es rational kaum nachvollziehen, warum ich so an einer gesicherten Existenz hänge und große Angst vor dem Abrutschen in die Armut habe. Meine Eltern zeigen mir immerhin, wie man es mit mittelmäßiger DDR-Bildung nach oben schaffen kann. Heute sind sie – meiner Meinung nach mit mehr Glück als wirklichem Können – bei zwei global playern angestellt, die es ihnen ermöglichten, ein komfortables Haus in einer der besten Berliner Wohnlagen im Osten zu errichten.

Gleichzeitig ist mir der Kontrast durchaus bewusst: Deutschlands größtes Plattenbaugebiet, Marzahn-Hellersdorf, eine Wand aus 20-stöckigen DDR-Standardbauten riegelt den Horizont massiv ab. Arbeitslosenquote über 20%, Armutsquote noch höher, Arche, tote Kinder und zerstörte Existenzen. Ich kann mir darüber eigentlich kaum eine Meinung bilden, trotzdem habe ich mit meinen Eltern zwölf Jahre in einem besseren Plattenbau der Gegend gewohnt. Zweite Etage, 85m² Wohnfläche – nicht unbedingt schlecht, aber aus heutiger Sicht bin ich froh, nicht mehr in dem Viertel wohnen zu müssen. Mittlerweile verabscheue ich es schon fast. Ich gehe dort immer noch zur Schule – und nun ja, die Menschen dort haben sich größtenteils aufgegeben oder sind mit ihren Lidl-Job zufrieden.

Dahin will ich nicht mehr zurück. Wer würde das schon wollen? Aber in einer zunehmend härter werdenden Welt – so suggerieren es zumindest die großen Medien dieses Landes – ist es nicht einfach, eine vernünftige Existenz aufzubauen. Ich strebe nach einer Karriere, ich stehe auch dazu. Mit solchen Gedanken wird man in Marzahn-Hellersdorf höchstens belächelt. Pessimismus regiert auch hier, wie fast überall in Deutschland.

Manchmal sollte man das Elend aber nicht zu nah an sich heran lassen. Ansonsten verliert man wahrscheinlich zu schnell das Ziel vor den Augen. Während mein Nachbar von gegenüber gerade in strahlendem Sonnenschein seinen Mercedes wäscht und poliert, den er sich hart mit der Arbeit in einer Anwaltskanzlei in der Berliner Innenstadt verdient hat, fege ich am besten unsere Terrasse vom Schnee frei und genieße ein wenig die Sonne aus dem Süden. Als kleiner Anspieltipp sei zu guter Letzt noch “I Made It” von Kevin Rudolf feat. Jay Sean, Lil Wayne und Birdman empfohlen. Die Single hat noch nicht mal ein Releasedatum, ist aber bereits seit letzter Woche im Netz erhältlich.

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Zwischen Designerklamotten und Stangenware

Dezember 25, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

Eins vorweg: Auch wenn es in diesem Blog manchmal anders klingt, aber ich bin kein großer “Sex and the City”-Fan. Was Candace Bushnell dort 1997 abgeliefert hat, mag ganz frivol gewesen sein, aber Anspruch sieht bekanntlich anders aus. Folglich habe ich von der Fernsehserie nur ein paar Episoden aufgeschnappt und den Kinofilm konsequent links liegen gelassen.

Warum diese Erklärung? Nun, seit letzter Woche liegt nun ein Bestseller auf meinem Schreibtisch, in dem drei erfolgreiche Karrierefrauen die Hauptrolle übernehmen. Verpackt in 432 Seiten geht es in diesem Glamour-Roman nur peripher um Sex, sondern viel mehr um Macht, Einfluss und Geld.

“Lipstick Jungle”, so der geniale Titel, stammt auch aus der Feder von Candace Bushnell, erschien aber erst im Jahr 2005. Bushnell sitzt zu dieser Zeit nicht mehr als Redakteurin bei einem New Yorker Tabloid, sondern ist zu einer waschechten Socialite avanciert. Mit scheinbar gewissenhafter Feder bewegt sich Ms Bushnell immer mehr zum salonfähigen Gesellschaftsroman, der sich nicht mehr nur dem oberflächlichen Genuss hingiebt, sondern gut verknüpft die New Yorker Karrierewelt aufschlüsselt. Mehr City, weniger Sex, meinte eine Rezensentin dazu.

Damit kommt sie den von mir so hoch geschätzten Theodor Fontane immer näher. Nichts lese ich lieber als intrigante Gesellschaftsromane mit Anspruch. Fontane als waschechter Berliner beleuchtete die Stadt zu einer Zeit, als Münchnen und Hamburg noch keine Konkurrenz waren und sie sich hinter New York und London als drittgrößte Stadt der Welt zählen durfte. Glamour und Reichtum, Abstieg und Armut liegen dicht beieinander. Jenny Treibel, Effi Briest, Die Buddenbrooks – alle Klassiker bedienen sich hemmungslos an der Freude der Menschen mit Intrigen, Dramen und dem bloßen Streben nach Glück – das man letzteres eher außerhalb gesellschaftlicher Konventionen findet, steht auf einem anderen Blatt.

Nach der leider zu früh abgesetzten Fernsehserie mit einer brillianten Kim Raver habe ich mir stilgerecht die amerikanische Originalausgabe als kleines Vorweihnachtsgeschenk geschnappt und bin einigermaßen beeindruckt. Natürlich belächeln Kritiker bereits die Tagline “it’s a jungle out there – dress accordingly” und tun das Buch als bloßen Plunder ab.

Damit wird man Candace Bushnell aber nicht gerecht. Denn zwischen den Zeilen verbergen sich zwischenmenschliche Goldstücke. Phrasen wie “there is no luck, there’s only talent and hard work” oder “dress-for-success” sind Lebensweisheiten, die zwar mit einer gehörigen Portion Ironie spielen, aber doch einen Kern Wahrheit in sich haben.

Bushnell hat sich somit zu einer ernst zu nehmenden Autorin gewandelt, die sich mit ihren Highheels ebenso geschickt ihren Weg durch den Großstadtjungel bahnt wie auf literarischem Niveau.

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Jahresendspurt

November 22, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

Das Jahr neigt sich nun also endgültig dem Ende zu, das machen uns aber nicht die erstaunlich warmen Temperaturen klar (Die Hauptstadt erlebt einen der wärmsten November ever, 15 Grad und ich habe beinahe Frühlingsgefühle), sondern die Unterhaltungsindustrie, die Musik und Filme in derart rauen Mengen auf den Markt wirft, dass der geneigte Konsument glatt überfordert ist, was denn nun überhaupt zuerst konsumiert werden soll. Von Rihanna über Leona Lewis bis hin zur neuen One Republic-Platte ist jedenfalls auch bei mir alles dabei, hinzu warten nach “2012″ auch noch “Die Päpstin” und “New Moon” auf eine Sichtung. Alle Hände voll zu tun also.

Dabei fühle ich mich eigentlich immer noch derart gut ausgelastet, wie es bereits im August und Oktober der Fall gewesen ist. Die Abiturphase beginnt höchst offiziell am 1. Dezember mit dem Beginn der 5. Prüfungskomponente, einer Präsentationsprüfung oder einer BLL, die in Berlin seit dem Jahr 2006 allgemein verbindlich Pflicht ist. Irrwitzigerweise lasse ich mich in einem Fach prüfen, das ich seit der 6. Klasse abgrundtief gehasst habe und über all die Jahre doch nie abgewählt habe und das mir mittlerweile richtig ans Herz gewachsen ist: Französisch.  Aber allein der Gedanke daran, dass meine zwölfjährige Schullaufbahn nun im Mai 2010 so abrupt enden soll, erfüllt mich beinahe mit Sentimentalität.

Zum einen liegt es daran, dass ich nur vier Jahre zur Grundschule gegangen bin und bereits seit meinem 12. Lebensjahr das Gymnasium besuche. Dieses deutschlandweit einzigartige Experiment wurde in den 90ern in Berlin entwickelt und nennt sich Schnelläuferprogramm, was die Wikipedia wie folgt zusammenfasst:

einen Schulversuch in Berlin, wobei die Schüler ab der 5. Klasse auf das Gymnasium gehen und durch gestraffte Lehrpläne die 8. Klasse überspringen, siehe Schnellläuferklasse; vergleiche auch Abitur nach zwölf Jahren

Da es – Gott weiß warum – bereits in der vierten Klasse deutlich war, dass ich nicht auf den Kopf gefallen bin, wurde ich also damals – ich kann mich noch an meine Tränen erinnern, als wäre es gestern – mit einer handvoll weiterer Grundschüler aus dem heilen Alltag herausgerissen und auf ein Gymnasium mit damals über 1,500 Schülern verfrachtet, dessen oberste Devise “Nur Leistung zählt im Leben!” war und in deren Verlauf die Schüler bereits im zarten Alter von eben 12 Jahren auf Leistung unter Druck gedrillt wurden. Die Folgeerscheinungen ließen nicht auf sich warten: Unter den Kindern, die generell grausamer sein können als Erwachsene, brach ein rigoroser und mit den Jahren zunehmend kalter werdender Kampf um die besten Noten aus. In der neunten Klasse mündete dies bei uns in einer Mobbingwelle, in deren Folge mehrere Schüler der Schule verwiesen wurden.

Trotzdem bin ich zutiefst dankbar, dass ich die Prinzipien des Turbokapitalismus bereits in so jungen Jahren quasi eindoktriniert bekommen habe: Einerseits entwickelte ich selbst einen enormen Ehrgeiz, andererseits lernte man so die eiskalten Spielregeln der Gesellschaft kennen, bevor man grobe Fehler in der Lebensplanung begehen konnte. Dieser Berliner Schulversuch soll allerdings nicht implizieren, dass dort willenlose Kapitalisten herangezüchtet wurden, sondern genau das Gegenteil: Die Grundsätze unserer Karriere wurden ins schon zum Beginn in einer “Methodenwoche” beigebracht, die ich damals für affig hielt, heute aber umso essenzieller sehe: Erkennen/Wissen, Analyse und Interpretation -selbstständiges Handeln also.

Nach acht Jahren auf dieser Schule gilt es nun, all dies zusammenzuführen und zu einem gelungene Abschlusszeugnis zu führen. Ich zähle in dieser Disziplin sicher nicht zu den unbegabtesten und steuere auf ein Abitur von 1,8 zu, aber ich kann nicht verschweigen, dass es enorme Belastungen sind, die jetzt greifen. Wenn ich heute mit Schülern aus dem normalen gymnasialen Lehrgang zusammentreffe, sieht man oft den fehlenden Ehrgeiz. Natürlich gibt es auch hier die für ihr Alter extrem reifen Karrieristen, die sich bereits aktiv mit ihrer Lebensplanung beschäftigen. Die große Masse indes kümmert sich darum nicht die Bohne. In Berlin natürlich noch weniger als anderswo.

Von daher kann ich mich glücklich schätzen, dass ich bereits in den letzten Monaten und Jahren mein Interessensspektrum weitgehend ausgeleuchtet habe und zudem immer neue Einstellungen an mir entdecke. Von verkitschten Bollywood-Filmen, mit denen ich 2007 angefangen habe im Alter von 15 Jahren zu bloggen, über Journalismus bis hin zu politischen Ambitionen. Mit meinem Steckenpferd, der Geografie und den Statistiken, ergeben sich daraus eine Menge Möglichkeiten, von denen zum Schluss für mich die Volkswirtschaftslehre als Optimum erscheint. Ein Einstieg bei Ernst&Young, McKinsey oder PricewaterhouseCoopers sollte folgen.

Wer dieses Blog schon etwas länger verfolgt, dem wird nicht entgangen sein, dass ich immer nach Abenteuern strebe. Nicht nur auf der Konsumebene, sondern natürlich auch auf sexueller. Ich stamme aus einem recht konservativem, gutbürgerlichem Haushalt, in der die klassische Familienplanung gefordert ist. Anfangs kam mir meine Homosexualität natürlich nicht zu pass.  Unter dem ohnehin enormen Erfolgsdruck hatte ich stärker zu leiden, als es mir lieb war. Die ganze zweite Jahreshälfte 2008 lassen sich deswegen auch keine Einträge in diesem Blog finden.

Generell habe ich bezüglich Blogs eine sehr differenzierte Entwicklung durchgemacht. Als ich mit 15 Jahren beim mittlerweile eingestellten Bollywoodblog.de anfing, über die breaking news des indischen Kinos zu berichten, geschah das einerseits aus dem blanken Interesse daran, anderseits aber auch an meiner stark ausgeprägten kommunikativen Ader. Ich konnte den Wert des Bloggens noch überhaupt nicht einschätzen. Als ich mich Anfang 2008 mit dem Großstadttrubelblog quasi unabhängig machte, war meine Zielrichtung immer noch nicht klar. Ich würfelte alle möglichen Interessen durcheinander: Tempelhof, Kino, Architektur, Politik.

Als ich das Gröbste in meinem Coming-Out-Prozess im März dieses Jahres überwunden hatte – wobei ich auch heute noch in meiner Schule und in großen Teilen meiner Familie damit hinterm Berg halte – wusste ich, was ich wollte: Einen Lifestyle-Blog. Ein Blog, wo neben neuesten Style-Tipps über lüsterne Abenteuer parliert wird ebenso wie der neueste Gossip aus New York. Zu pass kam mir dort die Serie “Gossip Girl”, an der ich nach anfänglicher Abneigung einen Narren gefressen habe. Im Sommer darauf war ich so voller Optimismus und Zuversicht, dass ich quasi alles auf einmal erleben wollte: Ich war mittlerweile 17 – doch angesichts der Umstände immer noch unschuldig jung – und liebte es, meine besten Freunde zum Starbucks im Alexa zu schleifen, mit meiner besten Freundin A. in den Luxusmalls der Friedrichstrasse zu staunen und ganz nebenbei noch ein paar interessante Abenteuer zu erleben. Trotzdem bleibt es bei mir und Berlin immer wie in einer Art Hassliebe: Meine Vorbilder, meine Aspirationen treiben mich nach New York oder London, doch von diesem dreckigen Moloch an der Spree komme ich trotzdem nicht los.

Doch zu der Zeit war das nur die Kopierung des “Gossip Girl”-Style,  ohne das es mir nennenswert aufgefallen wäre. Freilich hat sich wenig seitdem geändert: Ich gehe immer noch für mein Leben gern shoppen, catching up with Friends ist immer noch toll und gegen einen mehr schlechten als rechten Starbucks-Kaffee habe ich immer noch nichts. Dennoch versuche ich, diese neuen Ansichten in meinen Charakter zu integrieren. Damit ich selbst erforschen kann, was meinen ganz persönlichen Charakter ausmacht.

Und da spielt das Bloggen eine sehr wichtige Rolle: Ich habe nie wie die restlichen Familienmitglieder einen Therapeuten aufgesucht. Genau hier offenbart sich der Knackpunkt, wenn man konservative Einstellungen mit dem neuem toleranten Drive vereinbaren will: Es klappt nicht. Vor allem mein Vater mühte sich redlich, und landete doch nur in einer Nervenklinik nach der anderen. Nicht destotrotz galt es immer, die gesunde und zufriedene Familie zu repräsentieren. Daraus ergibt sich auch, dass ich nie die Möglichkeit hatte, in der Familie offen über meine Probleme zu reden – selbst mit meiner Schwester nicht. Die ist zwar liberal, stürzt aber mit ihren gerade erst 20 Jahren von einer Krise in die nächste: Schulabbruch, Magersucht, Essensprobleme: Die ganze Palette. Das sind die unweigerlichen Konsequenzen einer konservativen Erziehung: Man will für die Kinder nur das Beste, und schließt deswegen Diskussionen aus. Aufarbeiten, Nachdenken und Verstehen zählten nicht zu den Idealen, die vermittelt wurden. Stattdessen wurde verdrängt und vertuscht bis sich die Balken biegen, was bis hin zum Selbstbetrug führt. Mein Vater meinte erst letztens noch zu uns, wir führen eine gesunde, perfekte Familie. Absolut perplex war er, als daraufhin meine Mutter aus heiterem Himmel zusammenbrach und unter einem unendlich tragischen Tränenfluss berichtet, dass sie in ihrem hochmodernen Forschungslabor regelmäßig weint, weil in der Familie nicht geredet wird. Nicht geredet werden darf, weil man doch keine Probleme hat.

Im Rückblick bin ich froh, dass es für sie so ein Moment gewesen ist, der zeigt, dass selbst der stärkste Mensch nicht alle Probleme hinunterschlucken kann und das es immer Probleme gibt, über die man sachlich reden muss. Dass sich nach 20 Jahren Ehe so enorm viel angesammelt hat und das weh tut, ist selbstverständlich. Meine Mutter hat das mittlerweile begriffen. Da ich – vor allem durch den Blog Steven Milverton – auf die Denkweisen der Konservativen aufmerksam wurde und sie zudem hautnah erleben durfte, fällt mir beinahe ein Stein vom Herzen.

Da ich diesen Blog anonym führe, habe ich erst im Nachhinein in den letzten Wochen bemerkt, dass es für mich immer eine Art Therapiemöglichkeit war. Zurückblickend haben mich Benutzerzahlen nie interessiert und ich habe trotzdem weitergeblockt, obwohl nie Kommentare hinterlassen wurden. Hinweise, Ratschläge und Mitteilungen sind immer erwünscht, doch für mich hat es einen viel größeren Effekt, wenn ich einfach nur ein Medium benutzen kann, dass ich mit meinen Gedanken füttern kann – und wo ich eine Entwicklung festmachen kann. Ich kann mich je nach belieben mit meinem Entwicklungsstand des Jahres 2008 auseinandersetzen.

Auch wenn ich mittlerweile nach vier Jahren bloggen die Volljährigkeit erreicht habe, schreibe ich natürlich immer noch teils unbesonnen, teils unreflektiert über die Dinge, die mich bewegen. Aber dieser Schritt zur Ehrlichkeit war wichtig für mich. Ich möchte in keinem Lügengebilde leben, auch wenn die Verheimlichung meiner Homosexualität gerade dies darstellt. Es gibt eben immer noch Arbeit und gerade deswegen bin ich so glücklich, dass ich dieses Blog füttern kann. Ich habe die Blogs von Steven und dem Gay Banker immer verehrt, weil es mir wie eine Lifestyle-Zelebrierung vorkam. Dabei erzählten sie lediglich ehrlich und authentisch aus ihrem alltäglichen Leben. Und wer weis, irgendwann wird sicherlich der Punkt kommen, wenn auch ich das Bloggen nicht mehr brauche, um Probleme verarbeiten zu können, sondern absolut ehrlich zu meinen Freunden sein kann, vor denen ich immer noch so viel verheimliche. Das würde ich sehr gern so stehen lassen und abschließend sagen: Auf weitere Monate, diesmal aber aus dem wahren Leben herausgegriffen und mit allen Problemen. Wie ein kleiner Reality-Blog quasi. :)

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Effektive Ablenkung: Schmerzschocker

Oktober 4, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

Meine beste Freundin A. fragte mich vor einigen Wochen voller Besorgnis, ob bei mir denn noch alles paletti sei. Grund zur Sorge gibt es genug: Schließlich haben wir eine satte Woche keinen Kontakt gehabt, seit Schulbeginn habe ich nur eine magere Shoppingtour mit meiner trendaffinen Schwester absolviert und mein neuestes Clinique-Produkt “All about eyes” muss Überstunden einlegen, um meine Augenringe zu beseitigen.

Obwohl erst im Mai die Abiturprüfungen beginnen, scheint der Stressfaktor von Woche zu Woche konstant zuzunehmen. Mehr als gerädert schleift man sich etwa durch die Leistungskurse, wo wahrscheinlich erstmalig richtig Leistung gebracht werden muss. Anstatt entspannter Diskussionsrunden wie in den ersten beiden Semestern werden nun meine Deutsch- und Geografiekenntnisse auf Herz und Nieren geprüft und übermotivierte Lehrer prügeln in rasendem Tempo den Wissensstand nach oben. Als ob man gerade eben erst bemerkt hat, dass das Abitur unmittelbar bevor steht und das Berliner Bildungssystem in den letzten 12 Jahren keine eklatanten Lücken aufwies.

Die passende Abwechslung musste deswegen radikaler ausfallen als gewöhnlich: Anstatt in eine weich gespülte Feelgood-Comedy ging es diesmal in “Final Destination 4 3D”. Für schwache Seelen wie mich ist das normalerweise nichts, vor allem, wenn die neueste Ausgabe exzessiv auf Splatter und Horror setzt. Nicht mehr grotesk sarkastischer Horror, dem ich in den ersten beiden Teilen so gemocht habe. Die Reihe ist mittlerweile in “Saw”-Gefilde abgestiegen und dank klingelnder Kinokassen ist ein Aufstieg ausgeschlossen. Dann doch lieber “The Ugly Truth” – da bietet immerhin ein gewisser Herr Butler zumindest noch visuelle Argumente.

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Get the gossip!

September 19, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

Ich weiß, ich habe die wahrscheinlich beste US-Serie der letzten Jahre ziemlich links liegen gelassen. Zwar habe ich gelegentlich die erste Staffel bei Pro7 erwischt, doch normalerweise sitze ich nicht samstags nachmittags vor dem flat screen. Gerade bei diesen vergangenen wunderbaren August- und Septembertagen habe ich vermutlich die halbe Season verpasst.

Doch das hat sich die letzten Wochen geändert. Nach meinen doch aufregenden und abwechslungsreichen Sommerferien - just kidding, zumindest für die Verhältnisse eines 18-Jährigen – haben mich die ersten Schulwochen doch merklich gerädert. Mit Lektüre von Goethe, Schiller und neuerdings auch Fontane überhäuft, brauchte ich dringend Abwechslung. Anstatt beim “We love to entertain you” – Sender zu versauern, fand die zweite Staffel schnell den Weg auf meinen iPod Touch. Die halbe Stunde Schulweg in der U-Bahn ist somit wesentlich more casual zu ertragen als mit angespannten Blicken in Aufzeichnungen über Genetik und Globalisierung.

Hiermit sei die Serie mit grandiosen Schauspielern wie Blake Lively und Leighton Meester (die ein schönes Cover-Foto auf der italienischen Juli-Cosmopolitan-Ausgabe hatte), wärmstens empfohlen. Der gefühlte Feelgood-Faktor schießt bereits mit dem hippen Opener in die Höhe, kriegt zwar ab und zu kleine Durchhänger, doch spätestens den Cliffhanger kriegt O.C.-Produzent Josh Schwartz perfekt hin. Also, Blackberrys raus – der neue Hero von HTC ist auch erlaubt – und her mit dem Gossip! In den USA ist erst diese Woche die dritte Staffel angelaufen – mit einem ausgedehnten Gastauftritt von Hillary Duff.

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Leipziger Platz back on track

September 14, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

Der Leipziger Platz in Berlin hatte seit der Wende eine denkbar schlechte Position im Berliner Stadtgefüge: Eingezwängt zwischen dem pulsierenden Potsdamer Platz und der aufgewerteten Friedrichstraße wurde zwar auch hier hochwertiger Büroraum geschaffen, doch die Aufenthaltsqualität ist mangels fehlender Geschäfte sehr gering – die zerschneidene Leipziger Straße, die sich wie eine Stadtautobahn vom Alexanderplatz zum Potsdamer Platz wälzt, tut ihr übriges dazu.

Doch eine Baulücke im Nordosten ist noch frei. Am Rande befand sich einmal der legendäre Techno-Club Tresor – doch vielmehr das verbindene Element dieses Areals ist wichtig. Im Osten grenzt es beinahe an die Friedrichstraße an, im Westen ist der Zugang zum Potsdamer Platz gegeben – eine perfekte Verbindungsschneise. Das erkannte auch die Orco-Projektgruppe, die sich das Grundstück sicherte und von da an von einem Missgeschick ins andere taumelte. Streit und Klagen mit Wertheim-Nachfolgern verzögerten den Baubeginn bereits um Jahre – bis das Unternehmen 2008 endlich einen konkreten Bebauungsplan vorstellte: 83.000 Quadratmeter Geschossfläche, 50.000 m² davon allein für eine sehr großzügige Shoppingmall.

Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt: Durch die Finanzkrise konnte Orco die benötigten 250-300 Mio. € nicht mehr aufbringen, im Frühjahr 2009 wurde das Projekt dann endgültig auf Eis gelegt. Nun allerdings verbreitet Orco vorsichtigen Optimismus: Trotz Verlusten in Höhe von über 100 Mio. € soll noch dieses Jahr der Baustart erfolgen – der wurde zwar auch schon zig-mal angekündigt, doch immerhin ist das Projekt noch nicht gänzlich abgeschrieben.

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Recession chic – aber bitte richtig!

September 12, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

In New York sind “recession chic” und “recessionista” die Wörter des Jahres, in deutschen Gefilden ist man leider längst nicht so kreativ und belässt es bei überdimensional groß gedruckten “Sale”-Botschaften in den Schaufenstern. Trotz allen vielversprechenden Werbebotschaften schlägt sich die Rezession bisher aber kaum auf den Preis wieder. Die Jacken bei Tom Tailor kosten immer noch happige 150€ und auch die Sale-Aktionen bei Springfield und Chelsea sind eher oberflächliche Lockmittel anstatt  ernsthaft gemeinte Preissenkungen für den gebeutelten Konsumenten.

Wer die Nase voll von überteuerter Designer-Mode hat, der geht seit jeher ins Internet. Hier wird der eigentliche Preiskampf ausgetragen – Läden die Tommy Hilfiger, Karl Lagerfeld und Alexander McQueen für 80% bis 90% Abschlag offerieren. Ernüchterung tritt dann ein, wenn es sich um billige China-Plagiate der vergangenen Season handelt. Über den Ramsch des Durchschnitts hebt sich aber der kompetente “Dress-for-less”-Store. Hier kriegt man echte Designerware zu akzeptablen Preisen. Bei der gigantischen Auswahl schont der digitale Resteverkauf Geldbeutel und Nerven – und zum Schluss landet stilechter “recession chic” in der Tüte.

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Sommerspeck

September 5, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

Wenn es bereits früh am Morgen aus Kübeln schüttet und sich der Horizont wolkenverhangen darbietet, dann weiß man, dass ein äußerst schlechter Tag bevorsteht. Tage, an denen man nicht die City leershoppen kann, an denen man nicht unbeschwert die Sonne genießen kann. Und man auf abwegige Gedanken kommt. Auf böse, ganz schlimme Gedanken.

Berlin Regen

SOS! Schlechtes Herbst-Wetter in der Hauptstadt!

Wie etwa Wiegen. Aus Angst vor unerfreulichen Horrormeldungen habe ich diese lästige Angewohnheit vor Jahren aufgegeben. Schließlich will man nicht wirklich wissen, wie viele Kilo man zu viel auf den Rippen hat. Meine heutige Dummheit wurde dann auch schnell mit sehr ernüchternden Ergebnissen bestraft: Satte 71,5 kg (!) auf 183 cm bedeuten einen knallharten BMI von beinahe 21. Der Sommer hat zu deutliche Spuren hinterlassen – oder schiebe ich das lieber auf die Tonnen Feuchtigkeitscremes und Selbstbräuner, die die Haut belasten?

Nice try, dachte ich mir, trotzdem muss ich wenigstens wieder ansatzweise in die Nähe der 19 beim BMI kommen. Den Bio-Experten, die jetzt dramatisch “Untergewicht!!!” brüllen, sei versichert: Der Schlabber-Look von Kik sieht auch bei BMI 30 wahrscheinlich nocht gut aus, bei hautengen Jack&Jones- und Abercrombie-Shirts sieht man aber jedes Gramm, das nicht zum Waschbrettbauch gehört. Mit sportlichen 65kg sitzen die Klamotten eben einfach besser als mit einer dezenten Fettschicht darunter – kein Widerspruch!

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Hotelbetten gegen die Krise!

September 3, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

Nimmt man die harten Daten und Fakten, darf sich Berlin ganz ungeniert als die Bananenhauptstadt bezeichnen. Im Senat jagt ein Skandal dem nächsten, schließt ein Industriebetrieb nach dem anderen und wird Hartz IV-Hauptstadt beinahe als schmeichelnd empfunden. Ganz nebenbei sackt die Stadt jährlich über 2 Mrd. Euro durch den Länderfinanzausgleich ein – Geld, das für den oberflächlichen Betrachter innerhalb kürzester Zeit nutzlos in den chronischen Brennpunkten wie Neukölln und Marzahn verpufft.

Umso interessanter nimmt sich dabei eine Branche aus, der die ganzen Horrormeldungen keinen Kratzer anhaben können: Der Tourismus. Das ist nun nichts Neues. Seit Jahren explodierten die Gäste- und Übernachtungszahlen mit Wachstumsraten, die man eher aus Asien als aus der Flop-Hauptstadt kennt. Verspottet wurde die Berlin Tourismus Marketing Gmbh vor ein paar Jahren, als sie 20 Mio. Übernachtungen im Jahr 2010 prognostiztierte. Damit würde Berlin die Top 3 der europäischen Metropolen entern.

Mit der Top 3 und über 18 Mio. Übernachtungen hat es bereits 2008 geklappt – und trotz der größten Finanzkrise seit einem gefühlten Jahrtausend werden in jeder Ecke der Innenstadt in astronomischem Tempo neue Hotels hochgezogen. Man wähnt sich beinahe in Las Vegas, passend dazu überschritt die Hotelzimmeranzahl Anfang 2009 die magische Grenze von über 100,000. Die Dramatik an der Sache ist nun die: Anfang 2009 brachen auch in Berlin die Besucherzahlen ein. Ausländische Fluggäste blieben aus, die Auslastung sank um satte Prozentpunkte.

Ein Rauschen ging durch den Berliner Blätterwald und im Wirtschaftsministerium hat man wahrhscheinlich Schweißausbrüche bekommen: Der Wachstumsmotor der Berliner Industrie beginnt nach 7 Jahren kometenhaften Aufstiegs zu schrumpfen. Man saß auf über 100,000 Hotelzimmern mit weit über zehntausend (!) in Bau oder Planung und plötzlich brechen die Gäste weg. Untergangsstimmung.

Nach einem guten Jahr Krise lässt sich nun Bilanz ziehen: Der Berliner Tourismus bleibt unerschütterlich. Nicht ohne Stolz posaunten schon die Berliner Flughäfen Mitte des Sommers, dass die Passagierzahlen bereits wieder ansteigen – während Frankfurt und München noch mit happigen Einbrüchen zu kämpfen haben. Gewissheit bringen nun sagenhafte 8,4%: So stark war das Wachstum der Gästezahlen im Juni.

Noch ohne Leichtatlethik-WM nächtigten 745,000 Menschen (1,7 Mio. Übernachtungen) in der Stadt. Mitten im Krisenjahr schlechthin scheinen die Zahlen alles daran zu setzen, noch vor der eigenen Prognose, über die magische 20-Mio. Grenze zu springen.

Hotel am AlexVor lauter Euphorie verkündeten Investoren auß aller Welt munter, dass sie ihre Projekte in der Hauptstadt vergrößern und im geplanten Zeitraum realisieren werden. Als gäbe es keine Krise, verkündete erst letzte Woche ein ranghoher Accor-Chef, er könne sich in Berlin 20 Etap-Hotels vorstellen.

Was wäre angesichts dieser Situation passender als ein Investor, der heute ein neues 65 Meter-Hotel in der Nähe des Alexanderplatzes mit 250 Zimmern vorstellte?

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Kampf gegen die Augenringe!

August 26, 2009 · 1 Kommentar

Loreal men expert anti augenringeWäre ich nicht schon schwul, würde ich den Begriff metrosexuell wahrscheinlich in höchstem Maße ausfüllen. Isotret-Tabletten gegen Akne, Feuchtigkeitscremes und Roll-ons für die Augen stapeln sich in meinem Badezimmer. Bisher war ich fest davon überzeugt, der Welt mit einem strahlenden Hautbild zu begegnen. So sah die heile Welt noch gestern aus. Bis meine Schwester mir in wenig galantem Ton, die neueste Cosmopolitain-Ausgabe in der Hand haltend, mitteilte: “Honey, ich wusste gar nicht, dass Monster-Augenringe wieder im Trend liegen!”

Absolut schockiert stellte ich dicke schwarze Ringe unter meinen Augen fest, die mir bis dato noch nicht in dem Umfang bewusst waren. Dabei bin ich ein treuer Nutzer des Anti-Augenringe-Gels der “Loreal men expert”-Serie. Die 15ml-Tube liegt mit 9€ im mittleren Preisgefüge und verrichtet ganz ordentliche, aber eben nicht perfekte Arbeit. Also hilft nur ein Griff ins high end-Sortiment. Schnell stoße ich auf einen Tigel von Clinique mit dem kompetent klingenden Namen “All about your eyes” .

Das als Wundermitel angepriesene Gel schlägt mit Preisen ab 32€ für 15ml bereits wesentlich stärker zu Buche. Nicht destotrotz haben mich die User reviews überzeugt: Beim nächsten Shopping-Abstecher zu Douglas landet das Tigelchen dann auch in meinem Badezimmer.

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