Großstadttrubel und mehr

“Spreedreieck”-Rohbau fast fertig

August 3, 2008 · Kommentar schreiben

Das skandalumwitterte Grundstück nördlich des Bahnhofs Friedrichstraße, im Volksmund wegen seiner dreieckigen Form auch “Spreedreieck” genannt, wird seit geraumer Zeit bebaut. Statt eines 40-geschossigen Hochhauses, dass einen sehr schönen Akzent an dieser Stelle gesetzt hätte, hat ein nur 50 Meter hoher Büroturm mit 10 Etagen des Architektenbüros Müller-Spreer das Rennen gemacht. Diese prominente Ecke in Berlin hat sicherlich Potenzial für mehr – doch immerhin wird überhaupt gebaut.

Das Ergebnis kann sich jetzt schon sehen lassen. Seit letzter Woche hat das “Spreedreieck” mit dem der Spree zugewandten Hochausflügel die endgültige Bauhöhe von etwa 50 Metern erreicht. In schätzungsweise einem Monat wird auch der Flügel, der direkt an der Friedrichstraße empor strebt, seine eindgültige Höhe erreicht haben. Die passend platzierte Webcam zeigt dabei sehr deutlich, wie dringend dieser doch eher weniger beachtete Abschnitt der Friedrichstraße Richtung Norden dieses Objekt gebraucht hat.

Schräg gegenüber verschwindet seit letzter Woche dann auch noch die letzte große Brache an der Friedrichstraße. Das Grundstück mit der prominenten Adresse Friedrichstraße 100 wird mit einem wenig spektakulären Bürokomplex bebaut, wie man ihn in Berlin momentan an jeder Ecke findet. Viel Stahl, Glas und Sandstein - das sind die Zutaten für möglichst investorenfreundliche Projekte. Trotz dieser eher enttäuschenden Entwürfe ist es doch eine echte Wohltat, dass die heruntergekommenden DDR-Baracken endlich abgerissen werden. Innerhalb der letzten zwei Jahre hat sich dann das Viertel um die Friedrichstraße nördlich der Stadtbahn komplett gewandelt. Dem neuen Spreedreieck, Sol Melia-Hotel, Admiralspalast, Friedrichstraße 100, Grimme-Zentrum und Pergamon Palais sei Dank.

Ein immer sehr verlässliches und informativen Forum ist übrigens das Deutsche-Architektur-Forum. Mit vielen aktuellen Bildern und interessanten Hintergrundinformationen ist es mein absolutes Lieblingsforum geworden, da andere Foren kaum Bildmaterial liefern und die Diskussionen sich wegen fehlender Ortskenntnisse meistens recht realitätsfern bewegen. Wenn sich etwa Stuttgarter und Münchener über das zugegebenermaßen verschwenderische Berliner Leben auslassen und (zu Recht) unseren unfähigen Senat, aber auch die Einwohner kritisieren und nebenbei freimütig zugeben, in den letzten 15 Jahren nie in Berlin gewesen zu sein, dann trifft das auf Unverständnis. Gerade dieses theoretische Gezanke kommt in diesem Forum kaum auf. Also einfach reinschauen und mitdiskutieren!

Kategorien: Breaking News · Schwerpunkt Berlin
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