Das Großstadttrubel-Blog

Und eins, und zwei und drei…

Oktober 8, 2008 · 2 Kommentare

Nachdem die Baufirma Züblin in den ersten beiden Quartalen 2008 das 50 Meter hohe Bürohaus „Spreedreieck“ in atemberaubend schnellem Tempo (zumindest für Berliner Verhältnisse) fertig gestellt hat, wird nun schon seit Monaten an der Außenfassade gewerkelt. Die Montierung der Glas-Plaste-Elemente würde an einer Dubaier Baustelle 3 Tage pro Etage dauern – in Berlin bleibt man da lieber bei 2 Wochen pro Etage. So kommt es, dass (das Erdgeschoss ausgenommen) erst 4 Etagen des 10 Geschossers verkleidet sind. Schnarch. Hübsch sieht es allerdings aus, das bestätigen nicht nur die Bilder der Webcam, sondern auch ein kurzer Stopp am Bahnhof Friedrichstraße heute.

Gegenüber sind derweil die Tiefbauarbeiten für den Büro-Hotel-Komplex Friedrichstraße 100 in vollem Gange, während dem Grimm-Zentrum genau gegenüber noch der letzte Schliff verpasst wird. Am Szene-Quatier Hackescher Markt blickt man dagegen bereits in eine 10/12 Meter tiefe Baugrube für das neue GASAG-Quatier Hackescher Markt Süd. Schneller als am Spreedreieck geht es hier momentan auf alle Fälle voran – vielleicht baut hier auch wieder Züblin, doch das konnte ich nicht entdecken.

Wie bereits berichtet ist auch die „Upper Eastside“ *hust* an der Ecke Unter den Linden/Friedrichstraße ausgepackt und fast fertig. Grand Opening, so verkündet immerhin schon der Douglas-Flagshipstore, ist der 23. Oktober 2008. Am gleichen Tag werden dann wohl auch Zara und Esprit mit ihren Flagshipstores für die (Ost)-City aufwarten. Schick sieht das Ensemble des großen Häuserblocks übrigens aus, hochwertiger Sandstein kombiniert mit klaren Formen lässt zumindest die Friedrichstraße vom Bahnhof bis zur Kreuzung der Linden richtig großstädtisch erscheinen. Wenn dann noch das Spreedreieck und die 100 fertig sind, hat man hier einen richtigen Downtown-Distrikt. Zumindest so halb. Oder was man unter deutschen Verhältnissen drunter versteht. Im Amiland würde man mit 50 Meter-Häusern wohl selbst noch in Ohio Lacher hervorrufen…

Ein Projekt sollte man aber nicht unbeachtet lassen, auch wenn die Fertigstellung nicht vor 2011 absehbar ist: Der BBI-Airport. Nachdem bereits seit Mitte Juli fleißig am Terminal gebaut wird, nimmt dies nun ganz grob erste Konturen an. Am Hauptflügel scheint laut Webcam die erste Etage bereits zu stehen, die Seitenpiers befinden sich ebenfalls bereits im Bau, sind aber noch nicht so weit fortgeschritten. Wenn mich meine Augen nicht trügen, wird außerdem die Teerung der Südbahn vorbereitet. Das Ensemble aus 25 großen Kränen lässt jedenfalls Erinnerungen an den Potsdamer Platz in den 90ern wach werden. Schöne Sache, ein Besuch des Infotowers lohnt jetzt bestimmt.

Kurz vor der Vollendung stehen allerdings nicht nur das Grimm-Zentrum und die Upper Eastside, sondern auch das Mini-Shoppingcenter „Die Mitte“ direkt auf dem Alexanderplatz. Die ersten Gerüste fallen auch hier und halten positive Überraschungen bereits: Die Glasfassade und die sandstein-artigen Elemente sehen erstaunlich hochwertig aus und lassen den grausamen Eindruck der Renderings schnell verschwinden. Alles also noch einmal gut gegangen, auch wenn sich das Gebäude förmlich mit den Betonkloppern in näherer Umgebung beißt. Vielversprechend scheinen allerdings – und das dürfte die eigentliche Sensation sein – hier die Verhandlungen um einen 150 Meter hohen Tower zu stehen. Das Plangrundstück scheint jedenfalls auf den Bau vorbereitet zu werden und das Shopping Center verfügt an der Schnittstelle nur über ein halbherziges Provisorium. 

Nachdem an der selben Straße, nur ein paar hundert Meter weiter runter die Straße, vor einigen Monaten das 13-geschossige DDR-Gesundheitsministerium dem Boden gleichgemacht wurde (dieser grotthässliche Plattenbau hielt sich noch 18 Jahre nach dem Mauerfall!), gehen auch hier die Tiefarbeiten für ein neues, immerhin 60 Meter hohes Hotel los. Sol Melia, die bereits an der Friedrichstraße mit solider Architektur punkteten, bauen hier ihre zweite Berlin Dependance und die Baustelle zeugt vom emsigen Treiben. Ob das Hochhaus nun allerdings an dieser Stelle eine Bereicherung wird oder nur den Status quo unterstreicht, ist mir allerdings noch nicht ganz klar. Zu verkorkst erscheint mir hierzu einfach die Leipziger Straße rund um den Molkenmarkt, Rathauspassagen und Alexa.

Kategorien: Breaking News · Schwerpunkt Berlin
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2 Antworten bis hierher ↓

  • Stefan // Oktober 11, 2008 um 9:51 | Antworten

    Bei dem Dubai-Vergleich sollte man nicht vergessen, dass Dubai von 10000en Bangladeshi und anderen Asiaten für 75 Cent am Tag pro Kopf hochgezogen wird. Da bin ich froh dass es hier etwas länger dauert und auch teurer ist.
    Dieses Dubai strotzt vor Geld und Superlativen,ein Superlativ ist aber auch unter welchen Umständen das alles erreicht wird.

  • mikepw // Oktober 11, 2008 um 10:17 | Antworten

    Mh, aber ich denke in Frankfurt geht das selbst am Opernturm schneller voran, den zu verkleiden als beim Spreedreieck. Gut, das ist wohl mehr Prestige als in Berlin, aber trotzdem.

    Ich finde das, was die in Dubai machen, auch nicht gerade toll, aber man ist doch trotzdem drüber erstaunt, wie schnell das dort geht. Wenn hier die erste Grundmauer gezogen ist, sind die da schon in der dritten Etage. :-D

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