Das Großstadttrubel-Blog

Beiträge vom März 2009

Hackesches Quartier, Berlin

März 31, 2009 · Kommentar schreiben

Nachdem heute die Hauptstadt dank der Verschiebung des Leipziger Platz-Centers eine herbe Schlappe einstecken musste, bin ich über die Projektseite des bereits in Bau befindlichen Komplexes „Hackesches Quartier“ direkt am Hackeschen Markt gestolpert. Der südlich gelegene Bahnhofsvorplatz wird hier mit 2 Gebäudeensemblen bebaut, die neben den üblichen Büro- und Hotelflächen (ingsesamt bis 9 Etagen) auch etwa 25 Shops bieten. Bereits seit Mitte des letzten Jahres wird gebaut, der Vermietungsstand betrug vor Baubeginn satte 80% – hochwertige Flächen sind rar im angesagtesten Viertel der deutschen Hauptstadt. Genau wie das Gebäudeensemble der Upper Eastside bietet auch das Hackesche Quartier satte 44.000m² Nutzfläche und fällt durch einige architektonische Glanzlichter wie die Eckbauten auf. Die Fertigstellung ist dank überraschend schneller Bauarbeiten im Jahr 2010 vorgesehen.

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Leipziger Platz-Mall auf Eis gelegt

März 31, 2009 · 1 Kommentar

Heute trauern wir zur Abwechslung um eines der amibitionertesten Projekte in Berlin seit Jahren: Das Shoppingcenter am Leipziger Platz, das seit der Wende in Planung und ab und an auch mal wieder im Bau ist und war, liegt wohl endgültig auf Eis. Trotz Finanzkrise dementierte der Projektentwickler Orco noch bis zuletzt jegliche Liquiditätsengpässe, doch heute früh vermeldeten es die Boulevardblätter: Die 50.000m²-Mall, deren Baustart in diesem Quartal erfolgen sollte, ist auf ungewisse Zeit verschoben. Der nach der Wende komplett neu errichtete Leipziger Platz ist dem Potsdamer Platz vorgelagert und ist bisher relativ ruhig, sieht man von der ihn zerschneidenen Leipziger Straße ab. Die Mall mit etwa 180 Shops (die 3. größte in Berlin nach dem Alexa (58.000m²) und den Gropius Passagen (85.000m²)) war bereits zu einem Drittel vermietet und sollte eine Verbindungsschneise vom Potsdamer Platz zur südlichen Friedrichstraße herstellen und das Stadtviertel neu beleben. Das riesige klaffende Loch wird nun also für weitere Jahre eine Brache bleiben, wobei ein Erfolg wegen der Nähe der äußerst populären Potsdamer Platz Arkaden (40.000m²) ohnehin fraglich gewesen wäre.

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Summerfeeling

März 31, 2009 · Kommentar schreiben

Wer braucht schon die Aida, wenn der Sommer jetzt endlich auch nach Berlin gekommen ist? Strahlender Sonnenschein und Temperaturen um 14 Grad messen wir zumindest in der Vorstadthölle Biesdorf. Da für viele Berliner Schüler die Osterferien bereits eine Woche vorher beginnen und insgesamt 3 Wochen dauern (da dank dem Abitur zu wenig Lehrer zum Unterricht frei sind), kann man das perfekte Summerfeeling also bereits schon im Garten auskosten. Dafür empfehle ich den „Segafredo Espresso Casa“ (gibts bereits für 9,99€ und ab damit durch die Espressomaschine), ein schickes iPhone zum quatschen (Motorolas RAZVR sind gerade noch so erlaubt) und eine gegen Süden ausgerichtete Terrasse. Wer trotzdem noch keine gute Laune hat, kann sich anschließend bei mir beschweren. ;)

Einen ganz netten Film habe ich gestern außerdem noch aufgestöbert: „Scenes of a Sexual Nature“ ist ein lose zusammenhängender Ensemblefilm mit everybody’s darling Ewan McGregor. Einige Szenen lassen sich auf Youtube wiederfinden und da die Episoden sowieso nicht zusammenhängen, eignet sich der Film gut fürs schnelle Konsumieren nebenbei. Einige tiefgründige Ansätze hat es außerdem in der McGregor/Hodge-Handlung, was das Ganze zudem noch ein bisschen interessant macht. Empfehlen würde ich den Film natürlich auch allen, die einfach nur Ewan (wieder einmal) als Homo sehen wollen. ;)

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Luxusurlaub auf Aida. Sofort!

März 28, 2009 · Kommentar schreiben

Ähm ja. Hatte ich wirklich behauptet, einen lebendigen, prosperierenden Blog zu betreiben? Irgendwie war das mal wieder einer dieser typisch genialen Einfälle meinerseits. Es ist ja nicht so, dass ich nicht bloggen will, mir fehlt schlicht und einfach die Zeit dazu. 

Die Zielgerade zum Abi ist doch eine Hürde und wenn man diese mit Bravour – und nicht wie der Berliner Durchschnitts-Gymnasiast mit 2,7 – absolvieren will, muss man eben ranklotzen. Motiviert wie immer hab ich mich also die letzten zwei Wochen durch die Klausuren geplagt und darf jetzt 3 (!) Wochen Ferien genießen. Herrlich, vor allem, wenn man sie sich mal so richtig verdient hat. 

Viel zu tun gibt es außerdem. Zwar gönnt sich meine beste Freundin eine Woche Luxusurlaub auf der Aida quer durchs Mittelmeer und mein Singledasein hat sich nach einigen mehr oder weniger erfolgreichen Chats auch noch nicht geändert, aber es gibt immerhin ein paar Pseudo-Events. So feierte vor wenigen Tagen just ein weiteres Shoppingcenter am Berliner Alexanderplatz Eröffnung. Der geneigte Berlin-Interessierte fallen da gleich Stichworte wie Alexa, kalt, grau, dunkel, trist und zugig ein. Trotzdem ist der Platz – so weit man dem Projektentwickler des neuen Geschäftshauses „Die Mitte“ glauben darf, der am 4. höchsten frequentierte Europas mit täglich 360.000 Passanten. Ganz abwegig ist das zwar nicht, aber in Berlin ziehen solche „wir sind groß und wichtig“-Floskeln immer prima. Hauptsache Balsam für die geschundene global city-Seele.

Was den 22.000m²-Klotz „Die Mitte“ aber zum Highlight werden lässt, ist der 4-stöckige Saturn-Elektrofachmarkt auf satten 14.000m². Zur Erinnerung: Im Alexa existiert bereits der weltgrößte Media-Markt mit 11.000m². Wer also immer in Deutschland etwas sucht, das auch nur im entferntesten mit Technik zu tun hat, sollte den Alex aufsuchen. Für die, die das jetzt nicht brennend interessiert: Es haben 9 weitere Shops aufgemacht, darunter ein 2.000m² (!) großer New Yorker und ein ebenso großer Esprit-Shop. Zu allem Überfluss aber auch ein weiterer dm-Markt, immerhin der 2. am Platz von der Kette. 

Wer sich jetzt fragt, warum ich wegen einem mittelgroßen Center wieder alle so hochscheuche, der hat den Kontext einfach übersehen oder auf mir unerklärliche Weise den Wiki-Artikel zum Alex nicht gelesen: Die Konzentration an Shoppingcentern sucht deutschlandweit seinesgleichen. So, dann gucken wir mal. Wir haben das 58.000m²-Center Alexa, 25.000m² von den Rathaus-Passagen, 5.000m² im Berolina-Haus, 22.000m² in der Mitte und 35.000m² im Galeria Kaufhof. Macht, trara, 145.000m² Verkaufsfläche. Beeindruckend, sag ich doch. ;)

Nachdem ich es jetzt wieder exzellent geschafft habe, auch noch den letzten geneigten Leser zu vergraulen, zurürck zum eigentlichen Thema: What’s up in Berlin? Auf der einen Seite rühmen sich die Stadtoberen immer, einen Hotspot der internationalen Kulturszene zu regieren und dennoch sah ich mich mit überfragten Websites konfrontiert, die mir nicht sagen konnten, wo in der Stadt der Oscar-prämierte Film „Slumdog Millionaire“ läuft. Google Cinema nannte gerade einmal 6 Stück, davon 2 Multiplexe, die ich nur mit Mühe erreichen könnte. Selbst das Cubix Kino am Alex brachte den Film nicht – am nähesten dran wäre der Potsdamer Platz. Für einen Oscar-Film! Dass das eine große Schweinerei ist, ist den Kinobetreibern dann auch aufgefallen und haben in der 2. Woche eilig Kopien nachgeschoben – der Film läuft jetzt immerhin in fast 15 Berliner Kinos. Da denkt man fast sehnsüchtig an „Juno“ letztes Jahr, der vorbildlich in über 30 Kinos lief und anspruchsvolles Kino der Masse zugänglich gemacht hat.

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Und auf ein Neues…

März 9, 2009 · 3 Kommentare

5 satte Monate sind seit meinem letzten Eintrag im Oktober ‘08 vergangen. Gegeben hat es den Blog nur ein paar Monate seit vergangenem April und als Output sind lediglich einige bemitleidenswerte Sätze nachzuweisen. Dabei war ich damals echt ein begeisterter Blogger, als ich mich noch wesentlich stärker für den indischen Film interessiert habe. Da denke ich fast melancholisch an meine fast zweijährige Aktivität im Bollywoodblog zurück. Schade, dass sich bis heute kein neuer Schreiber gefunden hat. Wobei, ohne guten Grund bin ich natürlich nicht weggegangen, aber manche Differenzen muss man ja nicht immer wieder ansprechen.

Hatte das Blog zuvor wenig mit mir selbst zu tun und ging es lediglich um x-beliebige Nachrichten um eines meiner Hobbys, der Architektur, finde ich, dass ein neuer Anstrich her muss. Mitteilen in bisheriger Form kann man sich wesentlich schneller und auch unterhaltsamer. Geändert hat sich eigentlich kaum etwas. Mittlerweile stecke ich im 2. Semester der Berliner Oberstufe und krieg die Tür voller Facharbeiten, Essays und Präsentationen gar nicht mehr zu. Da sah es vor gerade mal ein paar Monaten noch ganz anders aus. Mehr oder weniger erfolgreich geoutet habe ich mich dann auch noch, was sicherlich einer der Hauptgründe für die Einstellung der Aktivitäten ist. Wenn man so etwas nicht selber durchgemacht hat, fehlt einem sicherlich einiges an Erfahrung. Wie viel Stress und Verzweiflung dahinter stecken, mag man sich als Außenstehender gar nicht ausmalen. Aber selbst im Jahr 2009 ist es immer noch der blanke Horror – was die Gesellschaft den eh schon mitgenommenen Jugendlichen hier zumutet, ist fast schon abnormal.

Wenn man danach immer noch auf der geraden Bahn ist, dann hat man aber nicht nur eine gewaltige Anstrengung hinter sich, man baut auch eine unglaubliche innere Stärke auf. Ich will mich nicht hochpushen, aber wenn ich meine emotionale und psychische Reife mit den durchschnittlichen Eumels meines Jahrgangs vergleiche, na dann gute Nacht. Gerade die (meistens sind sie dann auch noch die Mobber) haben nicht einmal im Ansatz Ahnung von dem, was die betroffenen Jugendlichen durchgemacht haben. 

Echt positiv und sehr hilfsam ist da die deutsche Blogger-Szene im Netz. Steven Milverton führt ein exzellentes, sehr persönliches und authentisches Blog mit wirklich wunderbar geschriebenen Artikeln. Das hat mich immer daran erinnert, warum man den ganzen Stress auf sich nimmt. Wobei mein momentanes Output an Erfahrung nicht gerade glänzen kann: Eine von mir richtig deftig in den Sand gesetzte Beinahe-Beziehung und eine ganz miese, verlogene Bekanntschaft haben mir in den letzten Monaten echt gereicht. Seit geraumer Zeit bin ich deswegen erstmal wieder auf Distanz und brauchte echt eine Auszeit. Ich hätte mir vor ein paar Monaten nicht vorstellen können, emotional doch so verletzbar zu sein. Da hat man über andere tragische Stories nur müde geschmunzelt und es als unnötig dramatisierend abgetan, doch wenn man selbst mies hintergangen und reingelegt wurde, dann ist das noch einmal etwas ganz anderes.

Wirklich lustig und interessant sind aber die Charakterseiten von mir, die ich bis vor kurzem selber noch gar nicht kannte. Ungehemmente Zelebrierung des westlichen Lifestyles ist etwas ungemein ausfüllendes und in Berlin einfach perfekt. Die neuesten Trends zu vergleichsweise spottbilligen Preisen. Für Outfits, die in Frankfurt oder München gerne einige hunderte Euro kosten, bezahlt man in Berlin nur Bruchteile. So wurde meine Kreditkarte bei dem letzten Shopping-Exzess mit müden 300€ belastet – inklusive Wintermantel, Winterjacke, 2 neuen Jeans, 2 neuen Polo-Shirts, 3 neuen Pullover, 3 Schals und 2 Paar neue Schuhe. Der Springfield-Store in meinem Center hat da sicher den Umsatz des Jahres gemacht. ;)

Erstmals lernt man da auch seine sozialen Verhältnisse zu schätzen. Ich war nie ein Fan der biederen Vorort-Idylle in Berlin-Biesdorf, das typisch deutsche Suburbia mit 30,000 Einwohnern und jeder Menge langweiliger Snobs. Im Nachhinein ist es echt ein Glücksfall, hier zu leben. Die Leute sind wahnsinnig liberal und tolerant. Selbst meine Eltern ordne ich mittlerweile doch eher zu den liberalen gutbürgerlichen Menschen zu, die die Grünen wählen und Bionade trinken. Irgendwie kommt da schon manchmal richtiges Prenzlauer-Berg-Feeling auf, wenn man wie letztens an einem strahlenden Frühlingstag auf der Terasse mit herrlichem Blick in den Garten die neueste Starbucks-Kreation trinkt. Was mich gleich zu einer ungemein sympathischen Kolumne im Web bringt: Die der Focus-Redakteurin Louise Stein. „Von Moden und Menschen“ schildert pointiert und voller Lebensfreude die aktuellen issues der high-end-Konsumenten von New York bis München. Das ist ein Society-Report, nicht, was manche Axel Springer-Magazine dem geneigten Leser vorgaukeln wollen.

Ach, und den neuesten iPod Touch von Apple konnte ich doch auch nocht so alleine bei Amazon lassen. Wurde natürlich prompt geordert und für perfekt befunden. Mittlerweile bereue ich es aber echt, nicht gleich das iPhone 3G gekauft zu haben, da ich mein altes Motorola RAZR immer noch bei mir haben muss. Einfach nur Steinzeit.

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