Die Black Eyed Peas melden sich nach 4 Jahren Pause mit dem Elektro-Dance Album „The E.N.D.“ zurück. Die funkigen Platten „Elephunk“ sowie „Monkey Business“, aber auch Fergies Debüt „The Dutchess“ sowie Williams Qualitäten als Producer ließen den Hype um die lead single „Boom Boom Pow“ in astronomische Höhen schnellen und bescherten der Gruppe ihre erste US #1 in den Hot 100, die sich dort seit neun Wochen festgesetzt hat. Die Qualität der Single mag für den Dancefloor ausreichen, darüber hinaus ist die Ohrwurmgefahr aber eher gering. Nach den ersten Hördurchgängen lässt sich aber nur ernüchternd feststellen: „Boom Boom Pow“ gehört noch zum Besten, was die Platte zu bieten hat. Der originelle funkige Hip-Hop-Beat ist völlig weg, jeder Track auf Dance und Elektro getrimmt. Wenn man als etablierter Künstler unbedingt auf die Erfolgswelle von Lady Gaga, Katy Perry und Rihanna aufspringen will und sich einigermaßen geschickt anstellt, so kommen Ergebnisse wie „Circus“ von Britney Spears oder meinetwegen auch „I am Sasha Fierce“ von Beyoncé heraus.
Die sonst so virtuos agierenden schwarzen Erbsen vermanschen aber von Eurodance über billig Hip-Hop alles, was gerade angesagt ist. Entsprechend grausam klingt das alles. Locker unbeschwerte Tracks wie „Don’t phunk with my heart“, „Don’t lie“ oder „Where is the love?“ scheinen der Vergangenheit anzugehören, ab jetzt ächzt die Tanzfläche unter Frechheiten wie „Roch That Body“, „Party All The Time“ und „Rockin’ To Beat“. In Amerika wurde der Ramsch wider Erwarten gut aufgenommen, die europäischen Kritiker üben sich aber in vornehmer Distanz zum Gebotenen. „The E.N.D.“ sollte eigentlich für „The Energy never dies“ stehen, doch nach dieser Tortur bleibt nur zu sagen: Jeglicher Funk ist hier bereits vor Ewigkeiten gestorben.
1 Antwort bis hierher ↓
Die Electro-Grippe greift um sich! « Großstadttrubel und mehr // Juli 17, 2009 um 6:06 |
[...] werden – allein des gelungenen Videos wegen. Natürlich heißt das nicht, dass es nicht auch grausame Ausrutscher gibt: Die sonst so wunderbar Independet-Pop produzierenden Black Eyed Peas biedern sich mit ihrer [...]