Das Großstadttrubel-Blog

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Effektive Ablenkung: Schmerzschocker

Oktober 4, 2009 · Kommentar schreiben

Meine beste Freundin A. fragte mich vor einigen Wochen voller Besorgnis, ob bei mir denn noch alles paletti sei. Grund zur Sorge gibt es genug: Schließlich haben wir eine satte Woche keinen Kontakt gehabt, seit Schulbeginn habe ich nur eine magere Shoppingtour mit meiner trendaffinen Schwester absolviert und mein neuestes Clinique-Produkt „All about eyes“ muss Überstunden einlegen, um meine Augenringe zu beseitigen.

Obwohl erst im Mai die Abiturprüfungen beginnen, scheint der Stressfaktor von Woche zu Woche konstant zuzunehmen. Mehr als gerädert schleift man sich etwa durch die Leistungskurse, wo wahrscheinlich erstmalig richtig Leistung gebracht werden muss. Anstatt entspannter Diskussionsrunden wie in den ersten beiden Semestern werden nun meine Deutsch- und Geografiekenntnisse auf Herz und Nieren geprüft und übermotivierte Lehrer prügeln in rasendem Tempo den Wissensstand nach oben. Als ob man gerade eben erst bemerkt hat, dass das Abitur unmittelbar bevor steht und das Berliner Bildungssystem in den letzten 12 Jahren keine eklatanten Lücken aufwies.

Die passende Abwechslung musste deswegen radikaler ausfallen als gewöhnlich: Anstatt in eine weich gespülte Feelgood-Comedy ging es diesmal in „Final Destination 4 3D“. Für schwache Seelen wie mich ist das normalerweise nichts, vor allem, wenn die neueste Ausgabe exzessiv auf Splatter und Horror setzt. Nicht mehr grotesk sarkastischer Horror, dem ich in den ersten beiden Teilen so gemocht habe. Die Reihe ist mittlerweile in „Saw“-Gefilde abgestiegen und dank klingelnder Kinokassen ist ein Aufstieg ausgeschlossen. Dann doch lieber „The Ugly Truth“ – da bietet immerhin ein gewisser Herr Butler zumindest noch visuelle Argumente.

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Leipziger Platz back on track

September 14, 2009 · Kommentar schreiben

Der Leipziger Platz in Berlin hatte seit der Wende eine denkbar schlechte Position im Berliner Stadtgefüge: Eingezwängt zwischen dem pulsierenden Potsdamer Platz und der aufgewerteten Friedrichstraße wurde zwar auch hier hochwertiger Büroraum geschaffen, doch die Aufenthaltsqualität ist mangels fehlender Geschäfte sehr gering – die zerschneidene Leipziger Straße, die sich wie eine Stadtautobahn vom Alexanderplatz zum Potsdamer Platz wälzt, tut ihr übriges dazu.

Doch eine Baulücke im Nordosten ist noch frei. Am Rande befand sich einmal der legendäre Techno-Club Tresor – doch vielmehr das verbindene Element dieses Areals ist wichtig. Im Osten grenzt es beinahe an die Friedrichstraße an, im Westen ist der Zugang zum Potsdamer Platz gegeben – eine perfekte Verbindungsschneise. Das erkannte auch die Orco-Projektgruppe, die sich das Grundstück sicherte und von da an von einem Missgeschick ins andere taumelte. Streit und Klagen mit Wertheim-Nachfolgern verzögerten den Baubeginn bereits um Jahre – bis das Unternehmen 2008 endlich einen konkreten Bebauungsplan vorstellte: 83.000 Quadratmeter Geschossfläche, 50.000 m² davon allein für eine sehr großzügige Shoppingmall.

Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt: Durch die Finanzkrise konnte Orco die benötigten 250-300 Mio. € nicht mehr aufbringen, im Frühjahr 2009 wurde das Projekt dann endgültig auf Eis gelegt. Nun allerdings verbreitet Orco vorsichtigen Optimismus: Trotz Verlusten in Höhe von über 100 Mio. € soll noch dieses Jahr der Baustart erfolgen – der wurde zwar auch schon zig-mal angekündigt, doch immerhin ist das Projekt noch nicht gänzlich abgeschrieben.

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Recession chic – aber bitte richtig!

September 12, 2009 · Kommentar schreiben

In New York sind „recession chic“ und „recessionista“ die Wörter des Jahres, in deutschen Gefilden ist man leider längst nicht so kreativ und belässt es bei überdimensional groß gedruckten „Sale“-Botschaften in den Schaufenstern. Trotz allen vielversprechenden Werbebotschaften schlägt sich die Rezession bisher aber kaum auf den Preis wieder. Die Jacken bei Tom Tailor kosten immer noch happige 150€ und auch die Sale-Aktionen bei Springfield und Chelsea sind eher oberflächliche Lockmittel anstatt  ernsthaft gemeinte Preissenkungen für den gebeutelten Konsumenten.

Wer die Nase voll von überteuerter Designer-Mode hat, der geht seit jeher ins Internet. Hier wird der eigentliche Preiskampf ausgetragen – Läden die Tommy Hilfiger, Karl Lagerfeld und Alexander McQueen für 80% bis 90% Abschlag offerieren. Ernüchterung tritt dann ein, wenn es sich um billige China-Plagiate der vergangenen Season handelt. Über den Ramsch des Durchschnitts hebt sich aber der kompetente „Dress-for-less“-Store. Hier kriegt man echte Designerware zu akzeptablen Preisen. Bei der gigantischen Auswahl schont der digitale Resteverkauf Geldbeutel und Nerven – und zum Schluss landet stilechter „recession chic“ in der Tüte.

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Sommerspeck

September 5, 2009 · Kommentar schreiben

Wenn es bereits früh am Morgen aus Kübeln schüttet und sich der Horizont wolkenverhangen darbietet, dann weiß man, dass ein äußerst schlechter Tag bevorsteht. Tage, an denen man nicht die City leershoppen kann, an denen man nicht unbeschwert die Sonne genießen kann. Und man auf abwegige Gedanken kommt. Auf böse, ganz schlimme Gedanken.

Berlin Regen

SOS! Schlechtes Herbst-Wetter in der Hauptstadt!

Wie etwa Wiegen. Aus Angst vor unerfreulichen Horrormeldungen habe ich diese lästige Angewohnheit vor Jahren aufgegeben. Schließlich will man nicht wirklich wissen, wie viele Kilo man zu viel auf den Rippen hat. Meine heutige Dummheit wurde dann auch schnell mit sehr ernüchternden Ergebnissen bestraft: Satte 71,5 kg (!) auf 183 cm bedeuten einen knallharten BMI von beinahe 21. Der Sommer hat zu deutliche Spuren hinterlassen – oder schiebe ich das lieber auf die Tonnen Feuchtigkeitscremes und Selbstbräuner, die die Haut belasten?

Nice try, dachte ich mir, trotzdem muss ich wenigstens wieder ansatzweise in die Nähe der 19 beim BMI kommen. Den Bio-Experten, die jetzt dramatisch „Untergewicht!!!“ brüllen, sei versichert: Der Schlabber-Look von Kik sieht auch bei BMI 30 wahrscheinlich nocht gut aus, bei hautengen Jack&Jones- und Abercrombie-Shirts sieht man aber jedes Gramm, das nicht zum Waschbrettbauch gehört. Mit sportlichen 65kg sitzen die Klamotten eben einfach besser als mit einer dezenten Fettschicht darunter – kein Widerspruch!

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Hotelbetten gegen die Krise!

September 3, 2009 · Kommentar schreiben

Nimmt man die harten Daten und Fakten, darf sich Berlin ganz ungeniert als die Bananenhauptstadt bezeichnen. Im Senat jagt ein Skandal dem nächsten, schließt ein Industriebetrieb nach dem anderen und wird Hartz IV-Hauptstadt beinahe als schmeichelnd empfunden. Ganz nebenbei sackt die Stadt jährlich über 2 Mrd. Euro durch den Länderfinanzausgleich ein – Geld, das für den oberflächlichen Betrachter innerhalb kürzester Zeit nutzlos in den chronischen Brennpunkten wie Neukölln und Marzahn verpufft.

Umso interessanter nimmt sich dabei eine Branche aus, der die ganzen Horrormeldungen keinen Kratzer anhaben können: Der Tourismus. Das ist nun nichts Neues. Seit Jahren explodierten die Gäste- und Übernachtungszahlen mit Wachstumsraten, die man eher aus Asien als aus der Flop-Hauptstadt kennt. Verspottet wurde die Berlin Tourismus Marketing Gmbh vor ein paar Jahren, als sie 20 Mio. Übernachtungen im Jahr 2010 prognostiztierte. Damit würde Berlin die Top 3 der europäischen Metropolen entern.

Mit der Top 3 und über 18 Mio. Übernachtungen hat es bereits 2008 geklappt – und trotz der größten Finanzkrise seit einem gefühlten Jahrtausend werden in jeder Ecke der Innenstadt in astronomischem Tempo neue Hotels hochgezogen. Man wähnt sich beinahe in Las Vegas, passend dazu überschritt die Hotelzimmeranzahl Anfang 2009 die magische Grenze von über 100,000. Die Dramatik an der Sache ist nun die: Anfang 2009 brachen auch in Berlin die Besucherzahlen ein. Ausländische Fluggäste blieben aus, die Auslastung sank um satte Prozentpunkte.

Ein Rauschen ging durch den Berliner Blätterwald und im Wirtschaftsministerium hat man wahrhscheinlich Schweißausbrüche bekommen: Der Wachstumsmotor der Berliner Industrie beginnt nach 7 Jahren kometenhaften Aufstiegs zu schrumpfen. Man saß auf über 100,000 Hotelzimmern mit weit über zehntausend (!) in Bau oder Planung und plötzlich brechen die Gäste weg. Untergangsstimmung.

Nach einem guten Jahr Krise lässt sich nun Bilanz ziehen: Der Berliner Tourismus bleibt unerschütterlich. Nicht ohne Stolz posaunten schon die Berliner Flughäfen Mitte des Sommers, dass die Passagierzahlen bereits wieder ansteigen – während Frankfurt und München noch mit happigen Einbrüchen zu kämpfen haben. Gewissheit bringen nun sagenhafte 8,4%: So stark war das Wachstum der Gästezahlen im Juni.

Noch ohne Leichtatlethik-WM nächtigten 745,000 Menschen (1,7 Mio. Übernachtungen) in der Stadt. Mitten im Krisenjahr schlechthin scheinen die Zahlen alles daran zu setzen, noch vor der eigenen Prognose, über die magische 20-Mio. Grenze zu springen.

Hotel am AlexVor lauter Euphorie verkündeten Investoren auß aller Welt munter, dass sie ihre Projekte in der Hauptstadt vergrößern und im geplanten Zeitraum realisieren werden. Als gäbe es keine Krise, verkündete erst letzte Woche ein ranghoher Accor-Chef, er könne sich in Berlin 20 Etap-Hotels vorstellen.

Was wäre angesichts dieser Situation passender als ein Investor, der heute ein neues 65 Meter-Hotel in der Nähe des Alexanderplatzes mit 250 Zimmern vorstellte?

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Kampf gegen die Augenringe!

August 26, 2009 · 1 Kommentar

Loreal men expert anti augenringeWäre ich nicht schon schwul, würde ich den Begriff metrosexuell wahrscheinlich in höchstem Maße ausfüllen. Isotret-Tabletten gegen Akne, Feuchtigkeitscremes und Roll-ons für die Augen stapeln sich in meinem Badezimmer. Bisher war ich fest davon überzeugt, der Welt mit einem strahlenden Hautbild zu begegnen. So sah die heile Welt noch gestern aus. Bis meine Schwester mir in wenig galantem Ton, die neueste Cosmopolitain-Ausgabe in der Hand haltend, mitteilte: „Honey, ich wusste gar nicht, dass Monster-Augenringe wieder im Trend liegen!“

Absolut schockiert stellte ich dicke schwarze Ringe unter meinen Augen fest, die mir bis dato noch nicht in dem Umfang bewusst waren. Dabei bin ich ein treuer Nutzer des Anti-Augenringe-Gels der „Loreal men expert“-Serie. Die 15ml-Tube liegt mit 9€ im mittleren Preisgefüge und verrichtet ganz ordentliche, aber eben nicht perfekte Arbeit. Also hilft nur ein Griff ins high end-Sortiment. Schnell stoße ich auf einen Tigel von Clinique mit dem kompetent klingenden Namen „All about your eyes“ .

Das als Wundermitel angepriesene Gel schlägt mit Preisen ab 32€ für 15ml bereits wesentlich stärker zu Buche. Nicht destotrotz haben mich die User reviews überzeugt: Beim nächsten Shopping-Abstecher zu Douglas landet das Tigelchen dann auch in meinem Badezimmer.

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messed up again

August 22, 2009 · 1 Kommentar

Eine bewährte Lebensweisheit besagt eigentlich, dass das Beste zum Schluss kommt. Irgendwie funktioniert das bei mir leider nicht, wahrscheinlich habe ich den Allmächtigen mit meinem gotteslästrigen Lebensstil endgültig vergrault. Die Ferien nähern sich zumindest auch in der deutschen Hauptstadt ihrem Ende und plötzlich bricht an allen Ecken und Enden Panik aus. Da muss noch anspruchsvolle Literatur für den Unterricht in Umfang von hunderten Seiten gelesen werden, die Aufzeichnungen aus dem letzten Jahr archiviert werden und für das letzte, nunmehr 13. Kapitel der Schullaufbahn vorbereitet werden.

Ganz zu schweigen von dem restlichen Stress: Über den Sommer hat man sich ordentlich gehen lassen und das Outfit sitzt auch nicht mehr perfekt – also heißt es shoppen, bleachen, bräunen und Tabletten fressen, was das Zeug hält. Meine hier im Blog bereits oft zitierte Freundin A. versicherte mir indes erst gestern, dass sie entspannt in einem 5-Sterne-Wellness-Resort nahe der polnischen Hauptstadt Warschau chillt und rundum erneuert zurückkehren wird.

Dank zusammengeschrumpfter Vermögenswerte meiner Eltern konnte ich mir diesen Luxus leider nicht leisten und veranstaltete spontan eine sehr angenehme Shoppingtour mit meinem neuen Bekannten K. am Potsdamer Platz, der aus der ostdeutschen Provinz kommt und schon bei Marken wie Starbucks staunt.

Die Ablenkung hatte ich aber auch bitter nötig – schließlich habe ich ziemlich krachend meine Bekanntschaft mit dem Italiener aus Kreuzberg beendet. Seit meinem kleinen spontanen Encounter in der Friedrichstraße habe ich mich kurzerhand dazu genötigt gesehen, neue Prioritäten zu setzen. Nachdem Spice up my life also etwas aus der Bahn geraten ist, halte ich mich jetzt lieber an Bewährtes: Don’t rush anything!

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Kreuzberger Lifestyle

August 19, 2009 · 1 Kommentar

Bereits vor dem halbherzigen Camping-Ausflug habe ich ganz angeregt ein paar nette Chats mit einem italienischen Studenten geführt, der im August in Berlin weilt. Dank seiner sympathischen Art habe ich mich natürlich schnell bereit erklärt, ihm ,in seinen Bemühungen Deutsch zu lernen, zu helfen. Kurzerhand fand ich mich mitten in Kreuzberg wieder. Natürlich hat sich hier die It-Crowd rasant ausgebreitet und neben wenigen etablierten Ketten existieren wahnsinnig viele privat geführte Geschäfte. Retailer wie Esprit und H&M sucht man hier glücklicherweise vergebens.

Dennoch bin ich skeptisch geblieben. Allein die Nähe zu Neukölln sichert schlechte Einflüsse, und beinahe 150.000 Einwohner, die sich auf lächerliche 10,4 km² drängen, können doch kein Garant für eine hohe Lebensqualität sein! Schließlich muss man sich hier seinen Quadratkilometer im Schnitt mit 14.254 anderen Mitmenschen teilen, immerhin die höchste Dichte Berlins.

Kreuzberg

Kreuzberg - gentrifiziert bis in die letzte Ecke erinnert hier beinahe nichts an die schlechten Jahre der Vergangenheit

Allerdings habe ich diese Meinung sehr schnell revidiert. Die Viertel um den Görlitzer Bahnhof sind bereits derart gentrifiziert, dass man sich vor lauter Touristen und It-Crowd beinahe am Hackeschen Markt wähnen würde. Die wunderbar erhaltene Blockrandbebauung mit prächtig sanierten Gründerzeithäusern machen die Gegend sehr lebenswert. Keine Frage, die Mieten steigen hier stark, gerade in Anbetracht der nahe gelegenen Mediaspree, die die Anziehungskraft noch einmal steigern wird.

Meine neue Bekanntschaft war sichtlich begeistert, hier eine WG beziehen zu dürfen – auch wenn man für die 300€, die das Zimmer im Monat kostet, in Neukölln schon eine komfortable Zweiraumwohnung bekommen hätte. Das Leben der It-Crowd und die Armut, die hier immer noch an jeder Ecke zu spüren ist, liegen hier sehr dicht beieinander. Wahrscheinlich macht gerade das die spannende Mischung aus, die sich hier gebildet hat.

Als besonders schick muss ich an dieser Stelle auch den „Kreuzburger“ loben, ein kleines SB-Restaurant, wo man selbstgemachte Burger nebst Bionade und stylishem Alternativ-Flair genießen kann. Definitiv ein Ausgangspunkt für eine coole Shoppingtour durch den Kiez.

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Zurück aus der Pampa

August 19, 2009 · Kommentar schreiben

Bereits vor einer halben Ewigkeit habe ich erwähnt, dass meine Freunde mich zum Campen in die brandenburgische Pampa schleppen mussten. Viele Berliner schätzen das Land als nahes Erholungsgebiet, reihen sich hier immerhin unzählige Seen und Waldgebiete aneinader. Ich konnte dem nie viel abgewinnen und verteufelte das Land immer, schließlich gibt es hier mehr Sahnetorten als junge Einwohner, eine exorbitante Rentnerdichte und marode Dörfer, soweit das Auge reicht.

Bereits die Anfahrt stellt sich als Horrortrip heraus. Der Verkehr der östlichen Berliner Bezirke quetscht sich im Prinzip über zwei vielspurige Magistralen, die das Zentrum am Alexanderplatz mit dem Stadtumland verbinden. Leider reichen auch die 8 Spuren der Bundesstraße 1 nicht aus, um einen Verkehrsinfarkt zu verhindern. Folglich stehen wir eine halbe Stunde im Stau – und dürfen gigantische Plattenbauansammlungen, suburbane Shoppingcenter und danach endlos aneinadergereihte Siedlungsgebiete bestaunen.

Der Rest ist schnell erklärt: Wir sind auf einem billigen Campingplatz gelandet, mit mittelmäßigem Wetter und mittelmäßig viel Spass. Kurz: Ich habs überlebt, aber nochmal brauch ich so etwas nicht. Es hat schon einen Grund, warum ich ein Stadtmensch bin und kein Prärie-Liebhaber.

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Von wegen „Upper Eastside“-Luxus

August 6, 2009 · Kommentar schreiben

220 Mio. Euro teure Mittelmäßigkeit - Mitten in Berlin

Über 200 Mio. Euro teure Mittelmäßigkeit - Mitten in Berlin

Das Gebäudeensemble „Upper Eastside Berlin“ war hier im Blog schon öfters ein Thema. Mitten an der prominenten Kreuzung Friedrichstraße/ UDL gebaut, versprühen vor allem die Arkaden an der Friedrichstraße mit hochwertigem Sandstein ein wenig Luxus. Selbst die Ladenflächen schmücken sich mit edlen Holzportalen, hohen Deckenhöhen und gediegener Beleuchtung.

Völlig unten durch sind da natürlich die Geschäfte – während man sich mit Ketten wie „Zara“ und „Marco Polo“ immerhin noch anfreunden kann, da sie immerhin einigermaßen stilsichere Kleidung verkaufen, sind Douglas und Esprit (!) wahnsinnige Fehlgriffe. Das hat man an dieser Ecke nun wirklich nicht gebraucht. Die einzigen potentiellen Ladenflächen für ein high-end-Geschäft sind nun mit allerwelts Ramsch gefüllt. Doch nicht nur die Mieter sind unattraktiv, die Öffnungszeiten vertreiben den Rest des verbliebenen Goodwills.

Von 10-20 Uhr haben die Läden offen, damit schließen sie früher als beinahe jedes andere Geschäft in der Straße. Ganz zu schweigen vom unmittelbar angrenzenden Dussmann-Kulturkaufhaus, das häufig gar bis 24 Uhr offen hat. Eindeutig ein Flop! Für über 200 Mio. € aber leider ein ziemlich teurer.

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